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Palme-Preisträgerin Ardalan an Ausreise gehindert

Samstag 8. März 2008


Stockholm/Teheran (dpa) - Die iranische Polizei hat die Frauenrechtlerin Parvin Ardalan (36) an der Ausreise zur Entgegennahme des schwedischen Palme-Preises gehindert. Wie der Palme-Gedenkfonds in Stockholm mitteilte, holten Beamte Ardalan und ihre Schwester am Vortag in Teheran aus einer bereits startbereiten Maschine der Fluggesellschaft Air France. Sie wurde ohne Angabe von Gründen für 72 Stunden mit einem Ausreiseverbot belegt. Ardalan erhält den nach dem 1986 ermordeten schwedischen Ministerpräsidenten Olof Palme benannten Preis für ihren Einsatz für die Rechte von Frauen im Iran.

Sie habe "die Forderung nach gleichen Rechten für Männer und Frauen zu einem zentralen Bestandteil des Kampfes um Demokratie im Iran gemacht hat", hieß es in der Begründung. Der Palme-Preis ist mit 75000 Dollar (51500 Euro) dotiert und soll am Donnerstag überreicht werden. Der Palme-Fond-Sprecher erklärte, man hoffe weiter auf eine Möglichkeit zur rechtzeitigen Ausreise. Sollte Ardalan aber weiter von den Behörden in Teheran daran gehindert werden, werde man die Zeremonie dennoch durchführen.-

Die Journalistin hatteMitte der 90er Jahre mit anderen Iranerinnen ein Frauen-Kulturzentrum in Teheran gegründet und gibt unter anderem die erste Frauenzeitung desLandes im Internet heraus. Derzeit beteiligt sie sich an einer Aktion mit dem Ziel, eine Million Unterschriften gegen die Diskriminierung von Frauen zu sammeln. Sie wurde im letzten Jahr wegen ihrer Aktivitäten zusammen mit einer Mitstreiterin zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Im letzten Jahr hatte sich Ex-UN-Generalsekretär Kofi Annan den Palme-Preis mit dem sudanesischen Menschenrechtler Mossaad Mohammed Ali geteilt.

 

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